Startseite  •  Kontakt  •  Presse  •  Impressum
Logo von Ein Kreis hilft
Ein Kreis hilft Der Verein Der Vorstand Aktuelles Termine Aktionen Akteure Nützliches Linkliste

Spendenkonto Nr. 31500
Kreissparkasse Heinsberg
BLZ 312 512 20

Projekt Children Care Albania
Gründung 2002
Vorsitz Reindert Brink
Kontakt Dechant-Kamper-Str. 24 d
52538 Selfkant-Süsterseel
Niederlande
Geschäftsführerin Monika Plum
Heidestr. 5
52538 Selfkant
Tel: 02456 1571

 

Aus dem Armenhaus Europas in den Kreis Heinsberg

Children Care Albania ermöglicht Urlaub von der Armut

Reindert Brink und seine Mitstreiter im Selfkant ermöglichen jedes Jahr einer kleinen Gruppe albanischer Kinder einen Urlaub im Kreis Heinsberg. Hier erholen sich die Kinder und Jugendlichen von den Strapazen ihres Alltags im ärmsten Land Europas. Sie haben bei der Ankunft meist nur das dabei, was sie am Körper tragen. Nach drei Wochen kehren sie gestärkt nach Hause zurück.

Gab es einen besonderen Anlass für die Gründung des Hilfsprojekts?

Im Jahr 2000 habe ich in Limburg/Niederlande ein Projekt mitorganisiert. 75 Kinder kamen damals aus Albanien zu Besuch. Selbst wollten meine Frau und ich eigentlich keines aufnehmen, weil wir die Sprachprobleme fürchteten und uns Albanien sehr weit weg schien. Durch einen Notfall musste jedoch plötzlich ein kleines Mädchen die Gastfamilie verlassen und so kamen wir zu "unserem ersten Kind". Es stellte sich ganz schnell heraus, dass unsere Zurückhaltung völlig unbegründet war.

Wie viele Mitglieder oder Helfer haben Sie?

Der Verein Children Care Albania hat ungefähr 70 Mitglieder.

Welche Aktionen führen Sie regelmäßig durch?

Wir organisieren einmal jährlich einen Besuch albanischer Kinder im Kreis Heinsberg. Drei Wochen lang können sich die Acht- bis Zwölfjährigen erholen. Kinder, die schon einmal in Deutschland waren, können auch wiederkommen, wenn sie älter als zwölf Jahre sind. Die Gasteltern suchen wir nach strengen Kriterien aus. Die Familienbande in Albanien sind sehr eng. Deshalb schicken die albanischen Eltern die Kinder nur zu uns, weil wir durch persönliche Bekanntschaft das Vertrauen gewonnen haben. Meine Frau und ich fahren mehrfach im Jahr nach Albanien und halten den Kontakt zu den Familien, die schon Kinder mitgeschickt haben. Wir suchen bei unseren Besuchen aber auch neue Familien aus, die wirklich bedürftig sind.

Gab es ein besonderes Erlebnis während Ihrer Arbeit?

Unser erster Besuch in Albanien war ein großer Schock. Wir haben zwei Jahre, nachdem wir das erste albanische Mädchen beherbergt hatten, ihre Familie besucht und sind in für uns bis dahin unvorstellbarer Armut gelandet. Das ist bisher auch den anderen Gasteltern so gegangen, die Albanien mit uns besucht haben. Danach sieht man vieles mit ganz anderen Augen.
Aber auch für die Gasteltern, die selbst noch nicht in Albanien waren, ist der Besuch der Kinder spannend. Zu sehen, wie die Kleinen sich in kürzester Zeit erholen, wie sie zunehmen und es ihnen sichtbar besser geht, ist wunderschön.

Die Gasteltern bekommen auch viel zurück an Dankbarkeit und lernen eine Menge über eine fremde Kultur. Es geht auch um ganz simple Dinge. In Albanien zum Beispiel heißt Kopfschütteln "Ja" und Nicken "Nein".

Vorbildlich ist der Familienzusammenhalt. Am Ende des Urlaubs freuen sich die Kinder unglaublich auf zu Hause, in Deutschland bleiben wollte noch keines.

Was haben Sie für 2007 vor?

Im Juli holen wir die nächste Gruppe von Kindern nach Deutschland.

Was wünschen Sie sich Ihr Projekt?

Dass wir genug Spenden bekommen, damit auch weiterhin Kinder kommen können. Und dass unsere bisherige Erfahrung sich fortsetzt, nach der einer den anderen mitzieht. Kinder, die einmal in Deutschland gewesen sind, lernen zu Hause in Albanien viel besser. So wird der Grundstock gelegt, die Lebensverhältnisse insgesamt zu verbessern.
Wenn all unsere Bemühungen zu einem engeren Kontakt zwischen den deutschen und den albanischen Familien führen, dann sind wir unserem Ziel, diesen Familien eine bessere Zukunftsperspektive zu geben, einen großen Schritt näher gekommen.

Was benötigen die von Ihnen unterstützten Menschen am dringendsten?

In Albanien fehlt es an allem. Die Kinder kommen in Deutschland an mit nichts als ein paar Kleidungsstücken am Leib.

Die Arbeitslosigkeit liegt zwischen 60 und 80 Prozent, die Familien müssen mit einem durchschnittlichen Einkommen von 120 Euro monatlich auskommen.

Strom und fließendes Wasser gibt es nur stundenweise. Die medizinische Versorgung ist sehr schlecht. Die Kinder müssen schon sehr früh hart mitarbeiten. Deswegen sind die Erholungsaufenthalte bei uns besonders wichtig. Für die Reisen brauchen wir Geld, denn Flüge und Gebühren sind teuer.