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Spendenkonto Nr. 31500
Kreissparkasse Heinsberg
BLZ 312 512 20

Projekt Indien Hilfswerk e.V.
Gründung 1976
Vorsitz Agnes Frenken
Kontakt Indien Hilfswerk e.V.
Frau Agnes Frenken
Erkstr. 15
52525 Heinsberg
Tel. 02452/89313
info@indien-hilfswerk.de
www.indien-hilfswerk.de

 

Indien Hilfswerk e.V.

Unterstützung für Hilfs- und Behindertenprojekte in Indien

Das Heinsberger Indien-Hilfswerk e.V. unterstützt seit vielen Jahren die Behinderten-Einrichtung "Life Help Centre For The Handicapped (LHC)" in Chennai/Indien. Ziel dieses Zentrums ist es, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer körperlichen und/oder geistigen Behinderung aufzufangen, zu begleiten und ihnen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. Dieser langjährige Einsatz wird durch aktuelle Projekte ergänzt, wie zum Beispiel Hilfe für durch die Flutwelle verwaiste Kinder sowie für existenzbedrohte Fischer.

Gab es einen besonderen Anlass für die Gründung des Hilfsprojektes?

Den Grundstein legte sozusagen ein ehemaliger Schüler. Ich war Volksschullehrer und unterrichtete unter anderem auch Religion. Dieser Schüler besuchte mich nach Jahren und wollte wissen, ob ich denn auch leben würde, was ich so im Religionsunterricht erzählt hatte. Dann stellte er mir Herrn R. S. Kannan vor, der damals ein Praktikum bei der Lebenshilfe für Behinderte e.V. Kreis Heinsberg machte. Herrn Kannans Vision war es, die Behindertenarbeit, die er hier kennen gelernt hatte, in sein Heimatland Indien zu bringen und dafür brauchte er Unterstützung.
Ein Jahr lang wurde diskutiert und versucht, einen Vorstand zu bilden. Kleine Basare wurden veranstaltet und Mitglieder geworben. Mit 7.500 Mark flog ist Herr Kannan nach Madras zurück, mietete ein Haus und begann das Projekt mit drei behinderten Kindern. Das "Life Help Centre For The Handicapped (LHC)" in Madras wurde 1977 gegründet.
Aus dem Haus ist inzwischen ein großes Behindertenzentrum mit Platz für etwa 250 Kinder geworden. Es gibt Werkstätten, eine Wäscherei, eine Wasseraufbereitungsanlage, eine orthopädische Abteilung und ein Frühförderzentrum. Das Zentrum ist mit einer großen Lebenshilfeeinrichtung in Deutschland vergleichbar. 1993 bekamen wir sogar Besuch vom damaligen Bundespräsidenten Weizsäcker, der es als Highlight seiner Indienreise bezeichnete.

Wie viele Mitglieder oder Helfer haben Sie?

Das Indien-Hilfswerk e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der circa 150 Mitglieder in Deutschland hat. Alle Tätigkeiten sind ehrenamtlich und so kommen alle Gelder unseren Projekten direkt zugute.

Welche Aktionen führen Sie regelmäßig durch?

Wir sind ständig auf der Suche nach Gemeinschaften, die etwas veranstalten könnten, um für unser Projekt Mittel zu akquirieren, indem sie zum Beispiel Basare organisieren. Wir haben Kontakte zu verschiedenen Musikvereinen, die ihre Konzerteinnahmen unseren Projekten zur Verfügung stellen. Es gibt Fußball-Clubs, die für uns spielen und wir initiieren Projektwochen zu Indien in Schulen, wobei Sponsorengelder gewonnen werden.

Welche Projekte haben Sie bereits unterstützt?

Unser Hauptprojekt ist natürlich das 1977 gegründete Life Help Centre For The Handicapped (LHC) in Chennai (ehemals Madras). Hier werden seit 30 Jahren mehrfach Behinderte betreut und versorgt. Ziel ist es, dass diese Kinder möglichst selbstständig werden und das Projekt sich alleine trägt.
Das 2005 eingerichtete Frühförderzentrum ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil des LHC, da hier Eltern und Kinder gleichzeitig versorgt werden. Die Eltern lernen hier mit ihren behinderten Kindern umzugehen und bei den Kindern wird die konkrete Behinderung frühzeitig diagnostiziert, so dass gezielte Hilfsmaßnahmen ergriffen werden können.

Ein weiteres Projekt ist der Ceyrac-Trust. Dieses Zentrum liegt zirka 40 bis 50 km südwestlich von Chennai. Hier wurde die Landbevölkerung durch die Gründung einer Schule und einkommensschaffende Maßnahmen unterstützt. Dabei werden zum Beispiel Geräte von der Wasserpumpe bis zur Hacke ausgeliehen, damit die Menschen in der Landwirtschaft arbeiten können, sowie Material und Werkzeuge für die Herstellung von Blocksteinen für den Hausbau.
Im Touristenort Mahabalipuram gibt es viel Sextourismus und somit auch Aids. Hier unterstützen wir den Verein ICWO, dessen Schwerpunkt die Aids-Prävention ist. Prostituierte führen hierfür Straßentheater auf, mit dem sie einem die Augen öffnen, für das, was vor sich geht.
Im Norden Indiens, in der Nähe von Darjeeling, wurde das Krankenhaus Navjeevan-Hospital (Navjeevan = Leben) gegründet. Dies wird von uns seit 1996 unterstützt. Angefangen haben wir mit einem Generator, damit die Chirurgen operieren können, wenn der Strom ausfällt. Es wurde eine Kantine aufgebaut, Aufenthaltsräume eingerichtet, ein Röntgengerät angeschafft sowie ein Ultraschallgerät für die Untersuchung von Schwangeren. Als einkommensschaffende Maßnahme wurde eine kleine Bäckerei eingerichtet. Damit wird wiederum eine Schule unterstützt, in der Krankenschwestern ausgebildet werden.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Katastrophenhilfe. Hier unterstützen wir die Opfer des verheerenden Erdbebens in Kaschmir im Oktober 2005 sowie Kinder, die bei der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 ihre Familien verloren haben.

Was würden Sie als Ihren bisher größten Erfolg bezeichnen?

Das ist schwer zu sagen, aber ich glaube, Mitinitiator eines Hilfeprojektes gewesen zu sein, das sich nunmehr in einer 30-jährigen Partnerschaft zu einer so fruchtbaren Unternehmung entwickelt hat, ist ein schöner Erfolg.

Was haben Sie für 2007 oder 2008 vor?

Ein besonderes Ereignis dieses Jahr ist natürlich das 30-jährige Bestehen des Life Help Centres For The Handicapped (LHC) in Chennai.
Außerdem eröffnen wir im September 2007 eine Schule und ein neues Behindertenzentrum in Cuddalore, einer von Tsunami betroffenen Region 180 km südlich von Chennai.
Für 2008 haben wir geplant, eine kleine Schule für körperbehinderte Kinder in Kaschmir zu gründen. In Kaschmir gibt es bisher noch keine Behinderteneinrichtungen.

Was wünschen Sie sich für die Projekte, die Sie betreuen?

Dass sie lebensfähig sind und auf Dauer auf eigenen Füßen stehen können.

Was benötigen die von Ihnen unterstützten Menschen am dringendsten?

Behinderte Menschen brauchen vor allem menschliche Zuwendung. Mir liegt am Herzen, dass diese Menschen aufgefangen werden, dass Behinderte nicht versteckt werden, dass sie menschliche Zuneigung erhalten und das Gefühl, es Wert zu sein.

Gab es ein besonderes Erlebnis/Ereignis während der Hilfsmaßnahmen/Aktionen?

Dem Mädchen an Krücken, das auf unserem Flyer abgebildet ist, begegnete ich 1980 bei meinem ersten Indienbesuch. Sie konnte sich nur kriechend vorwärts bewegen. Durch Operationen und Trainings hat sie gelernt, aufrecht zu stehen und zu gehen. Sie konnte eine Schule besuchen, ist inzwischen verheiratet und hat selbst Kinder. Ich hoffe, sie bei unserer Feier zum 30-jährigen Bestehen des LHC diesen September in Chennai wiederzusehen.