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Projekt Shishu Mandir
Gründung 1983 als Projekt in Indien
1998 als Förderverein in Deutschland unter dem Namen "Shishu Mandir - Zukunft für Kinder e.V."
Vorsitz Hella Mundhra
Kontakt Shishu Mandir
Zukunft für Kinder e.V
Südwall 32
41179 Mönchengladbach
Tel. 02452-977 4999
Fax 02452-977 4997
shishumandir@aol.com
www.shishu-mandir.de

Shishu Mandir - Zukunft für Kinder e.V.

Begleitung von der Kindheit bis ins Berufsleben

Als die deutsche Ärztin Hella Mundhra, die in Heinsberg-Schleiden wohnt, das Hilfsprojekt Shishu Mandir vor knapp 25 Jahren ins Leben rief, wollte sie medizinisch helfen. Doch im Verlauf der Jahre erkannten die Projektverantwortlichen, dass die Kinder im südindischen Bangalore in vielen Bereichen Hilfe und Unterstützung brauchen. Heute betreibt der Verein ein Kinderheim, eine Schule, Hausbauprojekte in den umliegenden Dörfern und bald auch ein Berufsbildungszentrum.

Gab es einen besonderen Anlass zur Gründung des Hilfsprojektes?

Hella Mundhra: Als junge Ärztin dachte ich an Hilfe im Rahmen eines kleinen Krankenhauses in Indien. Wir gingen in die Slums und verteilten Medikamente. Die schlimmsten Fälle, in der Regel Kinder, wurden in unser Krankenhaus aufgenommen.
Manche Kinder wollten danach nicht mehr zurück in die Familie. Einige arme Eltern liessen vor allem ihre Mädchen gerne bei uns. Bei einigen Kindern, die unser Krankenhaus verliessen, gingen die gesundheitlichen Probleme danach erneut los, oder sie starben sogar.
So entstand allmählich der Gedanke, die Kinder ganz zu übernehmen und ihnen neben einem gesunden Selbstwertgefühl Werte wie Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein zu vermitteln. Das war der Start des Kinderheims, in dem bis zu 30 Kinder heranwachsen.
Dann haben wir die Kinder in die Schule geschickt. In Klassen mit 70 bis 90 Schülern kamen sie aber nicht richtig mit. So sind wir auf den Gedanken gekommen, eine eigene Schule zu eröffnen. Wir begannen mit zwölf Kindern und nahmen jedes Jahr eine neue Klasse von maximal zehn Kindern auf.

Bald musste eine neue Schule gebaut werden. Das gelang im Jahr 2000. Seitdem haben wir ein modernes Schulgebäude für rund 140 Kinder, die bei uns ebenfalls eine warme Hauptmahlzeit und zwei Zwischenmahlzeiten erhalten. Duschgelegenheiten sind auch vorhanden.

Wie viele Mitglieder oder Helfer haben Sie?

In Deutschland hat unser Förderverein "Shishu Mandir -- Zukunft für Kinder" 64 Mitglieder. Den Verein "Shishu Mandir" in Bangalore führen 18 Mitglieder. Dazu arbeiten dort 22 Angestellte in der Schule und acht im Kinderheim. Daneben haben wir häufig Praktikantinnen aus Deutschland, die für mindestens vier Monate ein sozialpädagogisches Praktikum absolvieren.

Welche Aktionen führen Sie regelmäßig durch?

Wir machen regelmässig bei zwei Festen in Mönchengladbach mit einem eigenen Stand mit: beim Kappesfest im April und beim Nikolausmarkt im Dezember. Wir beteiligen uns jedes zweite Jahr am Gemeindefest der Martin-Luther-Kirche und organisieren unsere Shishu-Mandir-Feste in den Jahren dazwischen.

Welche Projekte haben Sie bereits unterstützt?

Wir betreiben nicht nur das Kinderheim und die Schule, sondern haben auch Schulpatenschaften übernommen, damit Kinder an anderen Schulen aufgenommen werden können. Wir bezahlen die Schulmittel, Schuluniformen und die medizinische Versorgung. Auch organisieren wir regelmässig medizinische Reihenuntersuchungen, beispielsweise für Haut-, Augen- oder Zahnkrankheiten.

Seit kurzem haben wir mit einem Ausbildungsprojekt begonnen, bei dem Frauen, die sonst als Hilfskräfte auf dem Bau schwer arbeiten und schlecht bezahlt werden, zu Maurerinnen ausgebildet werden. Dieses Projekt wird von Werner Dahlmanns aus Geilenkirchen ideell und finanziell unterstützt.

Was würden Sie als den bisher größten Erfolg bezeichnen?

Ideell gesehen ist unser grösster Erfolg, dass wir einen Mann vor Ort gefunden haben, der mit seiner ganzen Seele und Kraft hinter dem Projekt steht und es weiterführt. Materiell sind die Schulgebäude und das entstehende Ausbildungszentrum der grösste Erfolg. So etwas hätte ich mir zu Beginn nie träumen lassen.

Was haben Sie für die Zukunft vor?

Am 1. Januar 2008 werden wir ein Ausbildungszentrum eröffnen, in dem die Jugendlichen der Umgebung Handwerksberufe erlernen können.

Das fällt dann mit dem 25-Jahr-Jubiläum des Hilfsprojektes zusammen. Ein Handwerk erlernen die Leute dort ausschliesslich durch Zuschauen. Wir wollen aber in der Ausbildung Theorie und Praxis verbinden.

Was wünschen Sie sich für die Projekte, die Sie betreuen?

Ich will das Projekt nicht weiter ausdehnen, sondern das bisher Erreichte konsolidieren. Ich befolge das Prinzip "small is beautiful" und möchte in meinem Projekt als Wichtigstes den zwischenmenschlichen Kontakt als Grundlage für ein gutes Bildungssystem wissen. Grossprojekte mit Tausenden von Schülern in Hundertschaften von Gruppen oder Klassen sind mir ein Gräuel.

Was benötigen die von Ihnen unterstützten Menschen am dringendsten?

Kurzfristig müssen wir das Ausbildungszentrum ausrüsten. Dazu benötigen wir Maschinen und Instrumente, aber auch Hilfskräfte aus dem europäischen Raum zum Aufbau eines neuen Ausbildungssystems. Generell gesehen brauchen die Kinder und Jugendlichen aber ganz einfach Bildung auf jedem Level. Die Armen kommen in der Regel überhaupt nicht an Bildung heran, und das besonders in Bangalore, wo die Computerbranche boomt und entsprechend die Schere zwischen arm und reich mehr denn je auseinanderdriftet.